Welches CMS ist das Richtige für mich?

Content-Management-Systeme bilden das Fundament digitaler Plattformen. Die Wahl des richtigen Systems beeinflusst nicht nur den aktuellen Projektumfang, sondern auch Sicherheit, Skalierbarkeit, Wartungsaufwand und Zukunftsfähigkeit über viele Jahre hinweg.

Die Auswahl des passenden CMS ist deshalb keine reine Tool-Frage, sondern eine strategische Entscheidung. Typische Leitfragen, die du dir stellen solltest:

  • Arbeiten mehrere Teams parallel am Content?
  • Gibt es Freigaben, rechtliche Prüfungen oder komplexe Rollen- und Rechtestrukturen?
  • Wird Content nur auf einer Website ausgespielt oder auf mehreren Kanälen?
  • Müssen externe Systeme angebunden werden (z. B. CRM, ERP, HR, Analytics)?
  • Gibt es Anforderungen an Datenhoheit, Data Security, Auditierbarkeit, Hosting-Standorte oder europäische Datenschutz-Standards (z. B. DSGVO, EU-Datensouveränität)?
  • Wie wahrscheinlich ist Wachstum in den nächsten Jahren?
  • Ist absehbar, dass neue Kanäle, Märkte oder Anforderungen hinzukommen?

Je nach Antwort verschieben sich die Prioritäten deutlich und damit auch die passende CMS-Architektur.

    Der wichtigste Unterschied liegt nicht im Funktionsumfang, sondern in der Architektur.

    Ein monolithisches CMS ist primär darauf ausgelegt, eine Website zu betreiben. Ein Headless CMS versteht Content als zentrale Datenbasis für beliebig viele Kanäle. Inhalte werden an einem Ort zentral gepflegt und in alle digitalen Kanäle ausgespielt Wir bei pemedia verfolgen bei Websites bewusst einen Hybrid-CMS-Ansatz. Das bedeutet: Wir nutzen ein Headless CMS, denken und entwickeln Frontend und Content-Struktur aber als ein gemeinsames System und nicht als zwei voneinander losgelöste Projekte. Gerade bei Projekten in der Größenordnung, in der wir arbeiten, bringt das klare Vorteile:

    Total Cost of Ownership (TCO) & Return on Investment (ROI)

    Wirtschaftlichkeit im Vergleich

    Kosten entstehen nicht nur durch Einstiegskosten, sondern über den gesamten Lebenszyklus.

    KriteriumMonolithisches CMSHeadless CMS
    EinstiegskostenDie Einstiegskosten sind meist niedrig, da Setup, Themes und Standardfunktionen schnell verfügbar sind.Die Einstiegskosten sind höher, da Content-Strukturen, Workflows und Frontends individuell konzipiert werden.
    Laufende Kosten (TCO)Mit zunehmender Komplexität steigen Wartungs-, Update- und Sicherheitskosten, vor allem durch Plugin-Abhängigkeiten.Die laufenden Kosten bleiben langfristig stabiler, da viele Funktionen im Kern liegen und weniger externe Abhängigkeiten bestehen.
    WartungsaufwandUpdates von Core, Plugins und Themes müssen regelmäßig abgestimmt werden, was den Pflegeaufwand erhöht.Updates lassen sich planbarer durchführen, da Frontend und Backend voneinander getrennt sind.
    Multi-Channel-KostenMehrere Kanäle führen oft zu mehreren Instanzen oder Workarounds, was den Aufwand und die Kosten erhöht.Inhalte werden einmal gepflegt und über mehrere Kanäle ausgespielt, was zusätzliche Systeme und Kosten vermeidet.
    SicherheitskostenSicherheitslücken in Plugins oder Themes können hohe Folgekosten verursachen.Durch die Trennung von Content- und Ausgabeschicht lassen sich Sicherheitsrisiken besser kontrollieren. Das tatsächliche Sicherheitsniveau hängt jedoch stark von Hosting, Konfiguration und Betrieb ab.
    ROI kurzfristigBei kleinen oder kurzfristigen Projekten wird häufig schnell ein ROI erreicht.Der ROI setzt später ein, da anfangs mehr investiert werden muss.
    ROI langfristigMit steigender Laufzeit sinkt der ROI durch wachsenden Wartungs- und Anpassungsaufwand.Über den gesamten Lebenszyklus verbessert sich der ROI durch Skalierbarkeit und effiziente Content-Prozesse.
    Wachstum & SystemwechselGrößere Anpassungen oder neue Anforderungen erfordern häufig Umbauten oder Neuaufsetzungen.Das System kann ohne Architekturwechsel mitwachsen, was langfristige Investitionen schützt.

    Payload, Contentful, Storyblok, WordPress, TYPO3 und Contao

    CMS im Direktvergleich

    Nach der grundsätzlichen Architekturentscheidung stellt sich die Frage, welches konkrete CMS den eigenen Anforderungen am besten gerecht wird.

    Entscheidend sind Fragen wie:

    1. Wie sicher ist das System?
    2. Wie flexibel ist es bei neuen Anforderungen?
    3. Wie abhängig mache ich mich von Anbietern, Lizenzen und Plugins?

    Architektur & Hosting

    Architektur und Hosting entscheiden über Kontrolle, Abhängigkeiten und Zukunftsfähigkeit.

    CMSArchitekturHostingEinordnung
    PayloadHeadlessSelf-hostedMaximale Kontrolle & Flexibilität
    ContentfulHeadlessSaaS only – Abo-abhängigSchnell startklar, aber Anbieterabhängigkeit*
    StoryblokHeadlessSaaS only – Abo-abhängigSchnell startklar, aber Anbieterabhängigkeit*
    WordPressMonolithischSelf-hosted oder SaaS (z. B. wordpress.com)Einfacher Einstieg, aber schnell wachsender Pflege- & Plugin-Aufwand
    TYPO3MonolithischSelf-hostedSehr mächtig & skalierbar, aber hoher Komplexitätsgrad
    ContaoMonolithischSelf-hostedSolide für klassische Websites, begrenzt bei komplexen Anforderungen

    * Mit Anbieterabhängigkeit ist hier nicht die Offenheit des Codes gemeint, sondern die Bindung an ein SaaS-Betriebsmodell. Systeme wie Contentful oder Storyblok lassen sich ausschließlich über die Infrastruktur und Lizenzmodelle des Herstellers betreiben.

    Sicherheit, Enterprise & Wartbarkeit

    Sicherheit und Wartungsaufwand bestimmen, ob ein CMS enterprise-tauglich betrieben werden kann.

    CMSSicherheitsmodellEnterprise-readyWartungsaufwandExterne Abhängigkeiten
    PayloadKlare Trennung von Frontend und Backend, API-basierter Zugriff. Sicherheits- und Infrastrukturkonzepte vollständig konfigurierbar im eigenen Hosting.Hoch: volle Kontrolle über Infrastruktur, Security und Enterprise-Compliance. Geeignet für Organisationen mit individuellen Sicherheits-, Hosting- und Audit-Anforderungen. Planbar, viele Features im CoreNiedrig
    ContentfulSaaS-basiertes Sicherheitsmodell, Betrieb vollständig über den Anbieter. Keine Kontrolle über Infrastruktur oder Hosting-Details.Hoch: starke Enterprise-Compliance, aber SaaS-gebunden. ISO-, SOC- und Datenschutz-Standards vorhanden, jedoch keine Kontrolle über Infrastruktur oder Hosting-Details. Gering, aber abhängig vom SaaS-ModellHoch (SaaS, Vendor Lock-in)
    StoryblokSaaS-basiertes Sicherheitsmodell, Betrieb vollständig über den Anbieter. Keine Kontrolle über Infrastruktur oder Hosting-Details.Hoch: starke Enterprise-Compliance, aber SaaS-gebunden. Geeignet für Enterprise-Setups mit Fokus auf Zertifizierungen, jedoch keine Kontrolle über Infrastruktur oder Hosting-Details. Gering, aber abhängig vom SaaS-ModellHoch (SaaS, Vendor Lock-in)
    WordPressFrontend und Backend eng gekoppelt, Sicherheit stark abhängig von Hosting, Konfiguration und eingesetzten Plugins. Ein Headless-Betrieb ist technisch möglich, erfordert jedoch zusätzliche Plugins und Anpassungen.Niedrig bis mittel: abhängig von Setup, Hosting und Plugin-Qualität. Enterprise-fähig nur mit hohem Zusatzaufwand und konsequenter technischer Absicherung.Stark steigend mit Plugin-AnzahlSehr hoch
    TYPO3Sehr ausgereiftes Rechte- und Sicherheitskonzept im Core, hohe Granularität bei Rollen und Zugriffen.Hoch: geeignet für klassische Corporate-Websites mit komplexen Rollen- und Rechtestrukturen.Hoch, spezialisiertes Know-how nötigMittel
    ContaoGrundlegende Sicherheitsmechanismen im Core, begrenzte Möglichkeiten für komplexe Security-Setups.Niedrig: nicht für Enterprise-Security-Anforderungen ausgelegt. Geeignet für kleinere Projekte, weniger für regulierte oder sicherheitskritische Umgebungen.ÜberschaubarNiedrig

    Entscheidungsmatrix

    Welches System passt zu deinen Anforderungen?

    Als Leitfaden hilft die Matrix, die eigenen Anforderungen mit den Eigenschaften der Systeme abzugleichen.

    KriteriumPayloadContentfulStoryblokWordPressTYPO3Contao
    Self-Hosting möglichVollständig selbst hostbarNicht möglich, ausschließlich SaaS Nicht möglich, ausschließlich SaaSVollständig selbst hostbarVollständig selbst hostbarVollständig selbst hostbar
    LizenzOpen SourceProprietär, lizenzgebundenProprietär, lizenzgebundenOpen SourceOpen SourceOpen Source
    Vendor Lock-inKein Vendor Lock-inVendor Lock-inVendor Lock-inKein Vendor Lock-inKein Vendor Lock-inKein Vendor Lock-in
    Planbare Wartung & UpdatesSelbständig planbarAnbieterabhängigAnbieterabhängigSelbständig planbarSelbständig planbarSelbständig planbar
    Externe AbhängigkeitenGeringe AbhängigkeitHohe Abhängigkeit vom AnbieterHohe Abhängigkeit vom AnbieterHohe Plugin- und Update-AbhängigkeitMittlere Abhängigkeit Mittlere Abhängigkeit
    Content an beliebig viele Kanäle ausspielbarFür Multi-Channel optimiertFür Multi-Channel optimiertMöglich, aber nicht optimal für komplexe SzenarienNur mit erheblichem MehraufwandNicht für Multi-Channel optimiertNicht für Multi-Channel optimiert
    Zukunftssicherheit bei WachstumFür langfristiges Wachstum und Erweiterung ausgelegtSkalierbar, aber kostengetrieben durch Abo-ModellSkalierbar, aber kostengetrieben durch Abo-ModellBei Wachstum schnell komplex und wartungsintensivSkalierbar, aber schwerfälligFür größere Skalierung ungeeignet
    Enterprise-Security geeignetEnterprise-tauglich bei korrektem SetupEnterprise-tauglich, aber kostengetrieben durch Abo-ModellEnterprise-tauglich, aber kostengetrieben durch Abo-ModellEnterprise-tauglich, aber nur mit sehr hohem ZusatzaufwandNicht für Enterprise-Security ausgelegtNicht für Enterprise-Security ausgelegt
    Komplexe Rollen & WorkflowsFrei modellierbar und flexibelMöglich, aber begrenztMöglich, aber begrenztStark eingeschränktSehr gut geeignetStark eingeschränkt
    Viele Teams & OrganisationseinheitenGut geeignet für große OrganisationsstrukturenEingeschränkt geeignet, kostengetrieben durch Abo-ModellEingeschränkt geeignet, kostengetrieben durch Abo-ModellFür viele Teams ungeeignetSehr gut geeignetFür viele Teams ungeeignet
    Skalierende Content-ModelleFrei modellierbar und langfristig stabilMöglich, aber strukturell limitiertMöglich, aber strukturell limitiertSchwer wartbar bei steigender KomplexitätMöglich, aber aufwendigStark limitiert
    EinstiegskostenMittel bis hoch* Mittel bis hoch* Mittel bis hoch*Gering*Hoch*Mittel*
    Laufende Kosten (TCO)Niedrig* Mittel bis hoch* Mittel bis hoch*Steigende Kosten durch Wartung*Hoch*Mittel*
    Lifecycle-ROIHoher ROI* über längeren Lebenszyklus Mittlerer bis hoher ROI*Mittlerer bis hoher ROI*Niedriger ROI*Niedriger ROI*Niedriger ROI*

    * abhängig von individuellen Anforderungen

    Fazit

    Es gibt nicht das eine richtige CMS für alle.

    CMS-Auswahl ist keine reine Software-, sondern auch eine Strategie-Frage.

    Individuelle Anforderungen, Teams, Sicherheitsbedürfnisse und Zukunftspläne greifen ineinander und lassen sich selten mit einem generischen Vergleich klären. Aber es gibt Systeme, die besser zu bestimmten Zielen passen.

    • WordPress & Contao eignen sich gut für einfache Websites mit überschaubaren Anforderungen, bei denen schnelle Umsetzung und geringe Einstiegshürden im Vordergrund stehen.
    • TYPO3 ist eine bewährte Lösung für große, klassische Corporate-Websites mit vielen Redakteur*innen und komplexen Rechtestrukturen, bringt jedoch einen hohen Wartungs- und Komplexitätsgrad mit sich und ist nicht für Multi-Channel-Szenarien ausgelegt.
    • Contentful & Storyblok sind leistungsfähige SaaS-Headless-CMS, die einen schnellen Start und geringe Betriebsaufwände ermöglichen, gleichzeitig jedoch eine starke Bindung an Anbieter, Infrastruktur und Lizenzmodelle erzeugen.
    • Payload CMS ist ein selbst hostbares Headless CMS für Unternehmen, die Inhalte zentral verwalten und langfristig unabhängig von SaaS-Anbietern bleiben möchten. Es bietet hohe Kontrolle, Flexibilität und Zukunftssicherheit, erfordert zu Projektbeginn jedoch mehr konzeptionelle Eigenarbeit und dementsprechenden Entwicklungsaufwand.

    Gemeinsam zur richtigen Entscheidung

    Wir analysieren deine Anforderungen und schaffen eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

    Wenn du dir unsicher bist: total verständlich! Die Wahl des passenden CMS ist eine sehr komplexe und hochgradig individuelle Frage. Wir unterstützen dich gerne mit einer 1:1-Beratung. 

    In einer gemeinsamen CMS-Analyse bewerten wir gemeinsam:

    1. deine fachlichen und technischen Anforderungen
    2. Wachstums- und Weiterentwicklungspläne
    3. Sicherheits-, Hosting- und Unternehmensbedürfnisse

    Wir empfehlen dir eine zukunftssichere Architektur, die zu deinen Zielen passt.

    Christoph Peiniger, Geschäftsführer, pemedia GmbH

    Christoph Peiniger

    Geschäftsführer Operations & Growth

    Büro Düsseldorf

    Immermannstraße 59 40210 Düsseldorf Deutschland

    Payload CMS Agentur

    Wir sind Deine Payload CMS Agentur für zukunftsfähige digitale Plattformen

    Strategische CMS-Beratung und technische Umsetzung für digitale Ökosysteme

    Als spezialisierte Payload CMS Agentur begleiten wir Unternehmen dabei, Headless-Architekturen strategisch zu bewerten, zu implementieren und langfristig weiterzuentwickeln. Wir verstehen Payload CMS nicht nur als technisches System, sondern als zentralen Baustein digitaler Ökosysteme, in denen Inhalte flexibel modelliert, kanalübergreifend genutzt und nachhaltig betrieben werden. Unsere Expertise reicht von der strategischen Auswahl geeigneter CMS-Architekturen über die technische Umsetzung mit Payload CMS bis zum stabilen Betrieb und zur kontinuierlichen Weiterentwicklung. Dabei berücksichtigen wir Anforderungen wie Skalierbarkeit, Wartbarkeit, Sicherheitsaspekte und die Integration in bestehende Systemlandschaften. So entstehen digitale Plattformen, die heutigen Anforderungen gerecht werden und sich langfristig weiterentwickeln lassen.


    FAQ

    scroll